KVP oder SPICE? Falsche Frage!
Hoffentlich sind wir uns darin einig, dass das Prinzip einer kontinuierlichen Verbesserung wesentlicher Aktivitäten im Unternehmen eine gute Idee ist.
Damit stellt sich „nur“ noch die Frage nach dem Wie.
Ein klassischer Ansatz dazu ist Lean Management - immerhin wesentliche Ursache dafür, dass Toyota weltgrößter Automobilkonzern wurde.
Industriebetriebe wundern sich allerdings, dass dieses Erfolgsmodell bei uns so schwierig ans Laufen zu bringen ist:
Der Mitarbeiter muss doch toll finden und tun, was gut für das Unternehmen ist! Nein, muss er nicht. Er muss nur so tun, als ob.
Es ist nachvollziehbar, dass Lean Management und damit der kontinuierliche Verbesserungsprozess in einer kollektivistischen Kultur wie der japanischen
von Natur aus besser funktioniert als in unserer westlich‑individualistischen. Ohne kluge Anpassung bleibt KVP schwierig.
Allerdings bezieht DevOps verschiedene Strategien des Lean‑Management in das Software Engineering unauffällig mit ein, was eine gute Idee ist.
Wir können uns sowohl ergänzend als auch alternativ auch an SPICE orientieren - ein erfahrungsbasierter und hochwertig strukturierter, praxistauglicher Satz an Handlungsempfehlungen.
SPICE steht (etwas holprig) für „Software Process Improvement and Capability dEtermination“ oder Software-Prozessverbesserung und fähigkeitsbezogene Standortbestimmung.
In 11 Prozessgruppen wird genau und ausfährbar beschrieben, wie Verbesserung im jeweiligen Arbeitsbereich strukturiert und nachhaltig zu erreichen ist.
Zur Standortbestimmung besteht ein Kriteriensystem, das den Aufstieg auf die nächste Ebene erstrebenswert erscheinen lässt.
Richtig angewendet, erleben Ihre Mitarbeiter SPICE als ein hoch motivierendes Rahmenwerk allgegenwärtiger Optimierung.
OK, manchmal ist ein wenig ergänzendes Fährungstraining oder ‑coaching schon ziemlich hilfreich, aber schauen wir erst mal, wie es so läuft.
Wie so oft, gibt es mehr Wege, das Konzept zu pervertieren (siehe das Bild oben links), als es hilfreich umzusetzen.
Dass ein in der Industrie führungserfahrener Wirtschaftspsychologe und Ingenieur sich als Sparringpartner bei Einführung und dauerhafter Umsetzung als nützlich erweisen wird, darf man für glaubhaft halten 😉.
Reden wir jetzt darüber!